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Abfahrt Bockkarkopf
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Telemarken

Wenn sie im Lift gesessen sind haben Sie sie sicher schon gesehen, die kühnen Abfahrer, die in den Kurven ständig in die Knie gehen! Manchmal sieht es aber auch einfach aus als führen sie nur seltsam gerade nach unten. Auch sind sie nicht mehr nur mit einem Stecken unterwegs und brauchen auch nicht mehr den ganzen Hang um eine Kehre zu machen.

Telemark wird als “der Welt älteste neue Sportart” bezeichnet.

Skifahren selbst war schon hunderte, vielleicht sogar tausende von Jahren erfunden, bis der Norweger Sondre Norheim, (quasi der Vater des Telemarks) einen neuen Schwung entwickelte, bei dem ein Ski vor dem anderen geführt wird und man dabei mit dem hinteren Bein in die Knie geht, so dass sich die Ferse hebt.

Ende des 18 Jhd. Wurde Skifahren von einem Transportmittel zu einer Art Freizeitvergnügen. Obwohl niemand mit Bestimmtheit sagen kann, ob Norheim es wirklich als erstes erfand, ist er derjenige, der diesen Schwung populär gemacht hat. Bei heimischen Skispringen (Norheims Heimatstadt ist Morgedal, ein Dorf in der ländlichen Provinz Telemark im südlichen Teil von Norwegen) landete er im Telemarkstil und machte am Ende des Auslaufs einen stylischen, feschen Telemarkschwung. Bald adoptierten andere heimische Skifahrer diesen Stil.

Im Jahre 1868 reiste Norheim und eine Gruppe von Skifahrern aus der Telemark in die Stadt von Christiania (heute Oslo) um am zweiten jährlichen Centralforeningen (Zentraler Skiverband), einem Ski-Wettbewerb teilzunehmen. Dort zeigten die Skifahrer wer am geschicktesten eine bestimmte Strecke herunter kommt. Mangels Technik wurde meist Schuß gefahren, deshalb sorgte Norheim und seine Dorfkameraden für Aufsehen als sie kontrolliert und sicher den Hang hinuter kamen und so noch nie gesehene Möglichkeiten eröffneten.

Die Zahl der Telemarker wurde immer größer.

Zur Jahrhundert wende entwickelte der Österreicher Mathias Zdarsky den Stemm Schwung, der einfach zu lernen ist und eine sichere Methode, um langsam und kontrolliert den Hang hinunter zu kommen. Nachdem aber die Paralellschwünge kamen und die Materialien besser wurden, war der Telemarkschwung ab den 50ern bald vergessen.

Erst 1980, als in den USA Wandern und Outdoor zu einem Trend wurde und mehr Leute auf Skitouren gingen. Bekam der Telemarkschwung wieder Bedeutung. Die Gänger entdeckten auch, dass man mit dieser Sportart die Aktivität im Winter verlängern kann. Mit der Einführung besserer Bindungen und Schuhe, stieg der Fahrspaß und hat jetzt begeisterte Fans auf der ganzen Welt. Es gibt nur wenige spezielle Telemark-Ski. Wie beim Alpin-Skifahren sind je nach Einsatzgebiet taillierte Pistenski, Tourenski oder Freerideski gebräuchlich und auf diese wird dann einfach eine Telemarkbindung montiert.

Es gibt Hartschalenschuhe und Lederschuhe. Hartschalenschuhe ermöglichen eine bessere Kraftübertragung und Kontrolle im Gegensatz zu Lederschuhe, die eine präzise und gefühlvollere Fahrweise erfordern.
Eine Telemarkbindung fixiert nur die Front des Telemarkschuhs in der Bindung, die Ferse ist frei.

Zugegeben, Telemark fahren ist nicht ganz einfach zu lernen. Es erfordert Kraft, Gleichgewicht, Kondition und Koordination. Aber dann ist es eine faszinierende Sportart in der man die Natur erleben kann.

Unsere Skischulen bringen Ihnen gerne die besondere Art des Fahrens bei.

Wußten Sie schon?
Sondre Norheim, der Erfinder des Telemark ist auch der erste Ski-Designer der in seine randlosen Holzskier eine Taillierung gemacht hat? Es funktionierte, aber erst rund 90 Jahre später, griffen die Ski-Hersteller dieses Prinzip auf.

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Winter, Skifahren, Telemarken
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