Tracht

Tracht kommt vom Worte „tragen“. Tragbar waren und sollen die Trachten sein, sonst bleiben sie eine heimatliche Verkleidung aus vergangener Zeit
Tracht und Mode sind Gegensätze, die sich anziehen und abstoßen. Nichts widerspricht dem stetigen der Tracht so, wie die wandelbare Mode. Auch die Tracht ist nichts starres, sie nimmt unmerklich neues in die bestehende ‚Gesamtheit auf und gleicht es ihm an. Es wird geformt und wieder zu einem Ganzen, so daß man sagen kann, wenn die Neuerung in die Tracht eingedrungen ist.
Die Tracht ist eine Gemeinschaftsform der Gewandung und bildet nach bestimmten Regeln für eine Orts- oder Landschaftsgebundene, in allen Abstufungen und Zweckbestimmung, ein geschlossenes Ganzes. Die Tracht ist Ausdruck einer meist ländlichen Gemeinschaft und eines gemeinsamen Lebens in dieser Ordnung.
Die Kleidung zeigt dem Betrachter:
- aus welcher Region die Tracht stammt
- aus welchem Dorf die Trägerin- oder Träger stammt
- die wirtschaftlichen Verhältnisse und die soziale Stellung
- den Personenstand (bei Frauen ersichtlich, in der Art, wie die Schürze gebunden ist, links-ledig,-rechts-verlobt, mittig-verheiratet und am Rücken gebunden–verwitwet).
- den Anlaß Kirchgang Hochzeit, , Trauerzeit
Das tragen der Tracht setzt eine innere positive Einstellung zu Volk und Brauchtum voraus Der Anschluß an die Gegenwart darf nie verloren gehen. Tracht ist zum tragen da, nicht zur Maskerade!
Die Historische Tracht von Oberstdorf wurde Anfang des 20. Jahrhundert wiederbelebt.
Frauentracht:
Das rote Mieder der Frauentracht ist aus Tuch oder Seide mit Schnursteppereien und oft mit Seide und Gold- und Silberfäden bestickt. Die verheiraten Frauen tragen einen schwarzen Spenzer der am Ausschnitt mit Stepperei oder Stickerei verziert ist dazu wird eine weiße Leinen- oder Baumwollbluse und ein schwarzes Spitzen- oder Seidentuch getragen. Der knöchellange schwarze Plisseerock mit rotem Besatz wird am Mieder befestigt. Aus Brokat oder Damast wird die Schürze gefertigt. Die Strümpfe sind aus weißer Baumwolle, oft mit Lochmuster. Ledige Frauen tragen die sogenannte reichverziehrte Reginahaube, verheiratete Frauen einen breitrandigen schwarzen Hut. Die rote Farbe bei den schwäbischen Trachten , zu der auch die Oberstdorfer Tracht gehört, geht auf das Rot der Reichsturmfahne, die für den ganzen Stamm ein heiliges Symbol war zurück.
Männertracht:
Die Männern tragen eine schwarze Bundhose aus Leder, hellgraue Kniestümpfe, ein weißes Leinenhemd und eine schwarze Joppe mit Silberknöpfen Die Hosenträger können aus rotem, bestickten Tuch oder aus rotem Leder sein, Die Kopfbedeckung ist ein schwarzer Hut mit einer Gold- oder Silberquaste oder eine schwarze Zipfelmütze. Schwarze Bundschuhe runden die Männertracht ab.
Gebirgstracht:
Als Gegenstück ist das Grau-Grün der Gebirgstrachten aus Weiß-Grün entstanden, der Landesfarben von der Steiermark die der neubayerischen Tracht Pate gestanden hat. Nachdem, nach der französischen Revolution die Trachten von der ländlichen Bevölkerung immer weniger getragen wurden, wurde auf Anordnung des bayrischen König Maximilian I, der vor allem in Schwaben ungemein populär war, wurde das Tragen von Trachten in ganz Bayern wieder gefördert. 1852 führte der Prinzregent Luitpold von Bayern die kurze Lederhose für seine Jäger und Treiber ein, die dann auch von der Gebirgstracht übernommen wurde.
Frauentracht:
Die Frauen tragen ein schwarzes Samtmieder mit einer Silberkette mit Talern, eine weiße Leinen- oder Baumwollbluse mit eckigem Ausschnitt, der mit einer Rüsche verziert ist. Der lange Rock ist aus hellgrauem, feinen Wollstoff, die Schürze aus grüner Seide oder Musseline. Dazu werden schwarze Strümpfe getragen. Zur Gebirgstracht wird bei den Frauen kein Kopfschmuck getragen, die Haare werden geflochten und hochgesteckt.
Männertracht:
Unter dem Lodenkittel tragen die Männer ein weißes Leinenhemd und grüne Hosenträger, die mit Edelweiß bestickt sind. Die kurze Lederhose ist grün bestickt, die grauen Modeltrümpfe mit dem sogenannten Zwetschgenmodel gestrickt dazu wurde ein schwarzer Bundschuh getragen. Der Hut wird mit einem Gamsbart, der nach hinten gerichtet ist geschmückt. In der Regel wird dieser Hut nicht abgenommen
Diese Trachten sind auch in der heutigen Zeit bei der Bevölkerung von Oberstdorf gerne getragen und sind bei Festen und Feiern oft zu sehen. Sie sind ein Teil des hier gelebten Brauchtums. Der Gebirgstrachten und Heimatschutzverein Oberstdorf e.V. hat sich bei der Pflege des Brauchtums und Erhalt der Trachten sehr verdient gemacht.
Weitere Informationen beim Trachtenverein Oberstdorf
Historische Postkarten zur Oberstdorfer Tracht
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Diese Postkarten/Bilder sind Eigentum vom Verlag – Franz Milz













