Wilde Mändle Tanz

Oberstdorf Brauchtum Wilde Mändle Tanz

Der älteste deutsche Kulttanz, der Oberstdorfer. Es ist schon etwas besonderes, ein nicht alltägliches Schauspiel, wenn die “Wilden Mändle” tanzen oder springen. Man muß es einmal gesehen haben, un dem Beschauer verbleibt ein nachhaltiger Eindruck, wenn er sich um 2000 Jahre zurückversetzt sieht.

Verbreitet waren die “Wilde Mändle” früher über das ganze Alpengebiet, von Hochsavoien bis zur Tatra und von den Dolomiten bis hinauf in den Harz und den Thüringer Wald. Doch nur an einem einzigen Ort der ganzen Alpen hat sich der Tanz in seiner Urform erhalten: In Oberstdorf im Allgäu.

Es ist dies eines der letzten Kultgüter aus der heidnischen Zeit, welches sich im Schutze der entlegenen Oberstdorfer Gebirgstäler in unserer Zeit herüberretten konnte. Denn noch vor einigen hundert Jahren verbanden sich mit dem Begriff Oberstdorf noch die Schrecken des Urwaldes, der Wildnis und der unerforschten Bergwelt. Das ist wohl der Grund, warum sich in Oberstdorf dieses uralte Erbe grauer Vorzeit zu halten vermochte.

Im Jahr 2010 wird wieder der Wilde Männle Tanz aufgeführt.

Alle fünf Jahre – so will es ein Gelübde – führt man den »Wilde-Männle-Tanz« auf.

Bei den “wilden” Tänzern handelt es sich um zwölf Männer, die alle aus alteingesessenen oberstdorfern Familien stammen müssen. Die Mitgliedschaft wird meistens vom Vater auf den Sohn übertragen. Die Bekleidung der Männer setzt sich aus Tannenbart und einem Gürtel aus Tannenästen und Laub zusammen. Die Krönung ist ein Kopfkranz bestehend aus Stechpalmenblättern.

Über den Ursprung des Wilden-Männle-Tanzes wurde viel diskutiert, da nach alten Oberstdorfer Überlieferungen der Brauch über 2000 Jahre alt ist und bis in die keltische Zeit zurückgeht. Die erste komplette Beschreibung des Tanzes liegt allerdings erst in einer von Abt Columban verfassten Vita aus dem Jahr 613 n.Chr. vor.

Tatsache ist, dass die Wilden Männle keine Fantasiegestalten sind, sondern dass sie wirklich existiert haben. Verbreitet waren die »Wilden Männle« früher über das ganze Alpengebiet Sie waren einfach die Allgäuer Urbevölkerung, die vor über 1000 Jahren vor den Alemannen in die Bergwälder floh und dort sehr scheu und zurückgezogen lebte. Doch nur bei uns hat sich zumindest Ihr Tanz in seiner Urform erhalten. Es ist dies eines der letzten Kultgüter aus der noch heidnischen Zeit, welches sich im Schutze der entlegenen Oberstdorfer Gebirgstäler in unsere Zeit hinüberretten konnte.

Der Tanz wurde auch im 18. Jhdt. Auf Höfen zur Belustigung des Adels aufgeführt.


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